Sport- und Bewegungskindergarten FuldaGalerie

PROJEKTDATEN

Bauherr:

Projekt Fulda Galerie Verwaltungs GmbH & Co. Stadtentwicklung KG

Umbauter Raum 3.100 m3
Nutzfläche 500 m2
Baubeginn 05 / 2003
Fertigstellung (nur Gebäude) 03 / 2004
Baukosten incl. MWST (KG 300 + 400) 1.000.000,--€

Allgemeines zu Architektenwettbewerben

 

Viele öffentliche Bauherren scheuen den Architektenwettbewerb. Für die Städte oder Gemeinden bedeutet er oft einen hohen Aufwand bei der Entwurfsfindung. Es lässt sich nicht bestreiten, dass die Direktbeauftragung eines Planungsteams oder gar Generalunternehmers vom Verwaltungsaufwand her einfacher erscheint.

 

Doch ein solcher Wettbewerb bietet auch viele Vorteile:

 

  • Die teilnehmenden Büros stehen unter Konkurrenzdruck und schöpfen ihr kreatives Potential vollends aus.
  • Es kann über mehrere Alternativen diskutiert werden
  • Es wird über baureife Vorschläge für das konkrete Projekt am konkreten Ort diskutiert und nicht über subjektive Vorlieben für das eine oder andere Architekturbüro (ohne zu wissen, welcher Entwurf am Ende herauskommt).
  • Es gibt eine Jury aus Fach- und Sachpreisrichtern. Der Bauherr wird also bei seiner Entscheidungsfindung von Fachleuten beraten/unterstützt.

 

 

Wettbewerb Kindergarten Fulda Galerie

 

2002 lobte die Gesellschaft Fulda Galerie einen Architektenwettbewerb aus, bei dem 5 ansässige Büros eingeladen und weitere 20 bundesweite Büros (bzw. europaweit) zugelost wurden. Bedingt durch die überregionale Beteiligung war die Lösungsvielfalt hoch. Namhafte Preisrichter wie z.B. Prof. Bredow aus Darmstadt oder Prof. Preuß aus Kassel waren an der Entscheidung beteiligt.

 

 

Erläuterung Grundansatz

 

Der Kindergarten Fulda Galerie macht sich frei vom noch entstehenden baulichen Umfeld. Er ist konzipiert als Teil des Stadtteilparks und hält deshalb Abstand von den angrenzenden Baufenstern und der Ringstraße im Osten. Da er eigenständig ist, findet er seine Rechtfertigung sowohl in einer Struktur aus großmaßstäbliche Mehrfamilienhäusern, als auch zwischen Einfamilienhäusern

 

Zugunsten des Parks ordnen sich alle Elemente des Entwurfs- von der Positionierung auf dem Grundstück über die Baukörpergestalt bis hin zur Anordnung der Parkflächen - der Freiraumplanung unter. Die Kinder finden ihren Platz in einem Kinder Garten im wahrsten Sinne des Wortes. Für Passanten auf dem Weg südlich der Freifläche des Kindergartens werden die spielenden Kinder im Park zum selbstverständlichen Bestandteil der Natur, zu einem weiteren Wunder der Schöpfung.

 

Es wird auf eine geringe Gebäudetiefe und -höhe geachtet, so dass der Fluss des Grüns an keiner Stelle durch das Gebäude unterbrochen wird. Das Grün fließt quasi über das Dach des Kindergartens: Bildlich wird die Grasnabe angehoben und ein Gebäude darunter geschoben.

 

Das Gebäude erhält mit seinem zu zwei Wellen geschwungenen Dach eine organische Form, welche die kindliche Phantasie schweifen lässt wie etwa Saint Exupérys Bild einer Boa, die einen Elefanten als Ganzes verschlungen hat (Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz Karl Rauch Verlag Düsseldorf, 1994, S.9/10).

 

 

Erläuterung Entwurfsgedanken

 

Den funktionalen Mittelpunkt des Kindergartens bildet die Spiel-Halle, an der alle wichtigen Funktionen in eine Wechselbeziehung treten. Die gegeneinander verschobenen Wellen bieten in ihren Schnittmengen Oberlicht für diese Halle. In den Maxima der Wellen befinden sich im Bereich der Gruppenräume die Spielgalerien und im Bereich der Halle der Personalraum und der Raum der Leiterin, von dem aus alle Nutzungsbereiche einzusehen sind.

Ausnahmslos alle Aufenthaltsräume sind nach Süden orientiert und nehmen eine Beziehung zum Park auf. Die betont linearen Terrassen stehen im formalen Einklang mit dem Gebäude, aber auch mit dem Park. Sie sind ebenso Element der Landschaftsgestaltung wie das Gebäude selbst.

 

Die gewählte Bauform birgt gleichzeitig ein energetisches Konzept: Die Erde auf dem Gründach bietet eine gute Speichermasse, die noch ergänzt wird durch eine massive Nordwand und massive Querwände zwischen den Aufenthaltsräumen.

Im Sommer verhindert ein starrer horizontaler Sonnenschutz vor der Südfassade das Eindringen der intensiven Strahlung der Mittagssonne. Das Dach und die Wände haben eine kühlende Wirkung. Sie absorbieren die Wärme und geben sie erst zeitverzögert in der Nacht wieder ab. Es wird also erst die Masse aufgeheizt, bevor sich die Raumluft erwärmt.

 

Im Winter kann die tiefstehende Sonne durch die ganzflächig verglaste Südfassade aufgrund der großen Raumhöhe großflächig und tief in die Räum eindringen. Die Speichermassen verhindern nun das Auskühlen in der Nacht.

 

 

Umsetzung des Wettbewerbsentwurfes

 

Der Überschneidungsbereich der Dächer der beiden Wellen wurde als Lichtschleuse ausgebildet, die gebündeltes Licht in die Garderobenbereiche am Wellentiefpunkt des Foyers lenkt.

 

Ein weiteres wichtiges Umsetzungskriterium war die Frage nach dem Maßstab der Innenwelt. Sowohl Erwachsene als auch kleinen Kindern sollten das Gebäude wohltuend wahrnehmen und Nutzen können.

Bedingt durch die Überschneidung der „Wellen" fielen niedrige Raumbereiche ab, die als Höhle genutzt werden können und einen Rückzugsbereich für Kinder bilden, aus dem Erwachsene ausgeschlossen sind.

 

Das Bauwerk wurde in einer Mischbauweise aus Mauerwerk, Stahlbeton, Stahl und Holz erstellt.

Wichtigstes Element sind die Stahlträger, die auf dem Massivbau aufliegen und durch ihre Krümmung die Wellenform bilden.

Eine querliegende und leicht höhenversetzte Holzbalkenlage bildet die Dämmebene.

Im Grundsatz wurde mit konventionellen Bauteilen bzw. Materialien gearbeitet.

 

Für das akustische Konzept wurde in erster Linie die Unterseite des Daches herangezogen. Die Unterseite der Welle wurde mit einem Welllochblech verkleidet, welches sich gut der Dachform anpasst. Als akustisch wirksame Schicht wurde eine 4cm dicke Mineralwolldämmung eingesetzt.

 

Neben der durchgehenden Fußbodenheizung sorgt eine Lüftungsanlage für ein angenehmes Klima. Im Sommer wird das Gebäude über einen Erdwärmetauscher gekühlt. Das begrünte Dach sorgt dabei noch mal für einen wärmespeichernden Effekt

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