Wartenberg OVAL

Zentrum für die Wirtschaft

siehe auch www.wartenberg-oval.de

PROJEKTDATEN:

 

Bauherr: Gemeinde Wartenberg

Umbauter Raum:                                     11.900 m3
Nutzfläche:                                       1.400 m2
Baubeginn:                                      03 / 2003
Fertigstellung:                                      09 / 2004
Baukosten (KG300+400):                                            2.840.000 €

Allgemeines zu Architektenwettbewerben 

Viele öffentliche Bauherren scheuen den Architektenwettbewerb. Für die Städte oder Gemeinden bedeutet  er oft einen hohen Aufwand bei der Entwurfsfindung. Es lässt sich nicht bestreiten, daß die Direktbeauftragung eines Planungsteams oder gar Generalunternehmers vom Verwaltungsaufwand her einfacher erscheint.

 

Doch ein solcher Wettbewerb bietet auch viele Vorteile:

Die teilnehmenden Büros stehen unter Konkurrenzdruck und schöpfen ihr kreatives Potential vollends aus.

Es kann über mehrere Alternativen diskutiert werden

Es wird über baureife Vorschläge für das konkrete Projekt  am konkreten Ort diskutiert und nicht über subjektive Vorlieben für das eine oder andere Architekturbüro (ohne zu wissen, welcher Entwurf am Ende herauskommt).

Es gibt eine Jury aus Fach- und Sachpreisrichtern. Der Bauherr wird also bei seiner Entscheidungsfindung von Fachleuten beraten/unterstützt.

 

Wettbewerb in Wartenberg „Zentrum für die Wirtschaft“

2001 lobte die Gemeinde Wartenberg einen beschränkten Wettbewerb mit sieben Teilnehmern für ein „Zentrum für die Wirtschaft“ aus. Neben einem Messezentrum galt es damals  auch eine Hotelanlage und ein Restaurant am Messeplatz zu entwerfen.

Bei der Durchführung des Wettbewerbes wurde die Gemeinde unterstützt von der Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft Hessen (FEH). Als Fachpreisrichter konnten renommierte Architekten wie z.B. Herr Dipl.-Ing. Birger Rohrbach vom Büro Rohrbach + Schmees aus Gießen oder Herr Dipl.-Ing. Hartmut Walter vom Büro Sichau + Walter aus Fulda gewonnen werden.

 

Wettbewerbsbeitrag

Das Wettbewerbsgrundstück befindet sich genau an der Grenze zwischen Wohngebiet und Gewerbegebiet. Hier treffen zwei extreme Maßstäbe aufeinander.

Unser Wunsch war es deshalb von vornherein, dem Gebäude eine Vermittlerrolle zukommen zu lassen. Wir teilten das Raumprogramm formal und funktional in das Oval mit dem Mehrzweckraum und den Winkelbaukörper mit den Nebenräumen. Der Mehrzweckraum reagiert auf die Großbauten des Industriegebietes und der Winkel auf die Kleinteiligkeit der angrenzenden Wohnhäuser.

Das in der baulichen Umgebung vorgefundene Spiel der Gegensätze wird zum Thema des Entwurfes: Es gibt also nicht nur das Spiel zwischen Groß und Klein, sondern auch das zwischen Rund und Eckig, Leicht und Schwer oder Offen und Geschlossen.

 

Darüber hinaus wollten wir mit einer besonderen Form der Gefahr der Beliebigkeit entgegenwirken, die dem Erscheinungsbild vieler Mehrzweck- und Gewerbebauten anhaftet. Der Wettbewerb war für ein „Zentrum für die Wirtschaft“ ausgeschrieben. Ein Zentrum, ein überregionaler Magnet, konnte unserer Meinung nach kein angepasster Hallenbau sein, sondern musste irgendwie auf sich weisen, und das gelang am besten mit einem Ausbruch aus der Rechtwinkligkeit.

 

Umsetzung des Entwurfes

Verschmelzen von Innen und Außen

Auf den Wunsch der Bauherren nach einem Zusammenspiel von Innen- und Außenausstellungsflächen haben wir bei der Ausführung besonderes Augenmerk gelegt: Der Winkel der dienenden Räume spannt den Messeplatz auf, auf welchem wie ein Möbel die Ellipse mit dem Mehrzweckraum steht. Letzterer ist durch viele gläserne Türen mit dem Platz verbunden. Das optische Verschmelzen von Außen und Innen tritt besonders im Bereich des Foyers in Erscheinung. Es wurde eine Stahl-Glas-Konstruktion mit schlanken Profilen gewählt, die optisch kaum ins Gewicht fällt. Außerdem laufen sowohl der Bodenbelag des Platzes, sowie auch die Fassadenbekleidungen von außen in das Foyer hinein.

 

Fassade/ äußeres Erscheinungsbild

Für den Winkelbau mit den Nebenräumen haben wir in Anlehnung an historische Industriearchitektur eine dunkle Klinkerfassade gewählt. Was das Oval des Mehrzweckraumes anbelangt, so haben wir den von der Gemeinde Wartenberg gebildeten sog. Hallenausschuss davon überzeugt, eine in Längsrichtung verlaufende Lärchenholzverkleidung einzusetzen. Durch eine reliefartige Anordnung dieser Hölzer wird ein konstruktiver Holzschutz erreicht, der die Fassade langlebiger macht. Außerdem läßt die waagerechte Gliederung das Oval niedriger erscheinen, was sich wiederum positiv auf die Einbindung in die bauliche Umgebung ausübt.

 

Raumwirkung des Eingangsbereiches

Besonderheit: Außenfassade gleich Innenfassade

Diese beiden Materialien – Klinker und Holz – treffen im Zwischenraum von Oval und Winkelbau, dem Eingangsbereich, optisch aufeinander. Die warm wirkenden Farbtöne und Materialien sollen dem Raum in ihrer Harmonie etwas feierlicher Erscheinen lassen. Der Klinker changiert anthrazit  und rotviolett, und Holz ist ja hinlänglich bekannt für seine sinnliche Wirkung auf den Menschen.

Der Eingangsbereich, als die Visitenkarte eines Gebäudes, sollte eben nicht den technoiden Charme einer x-beliebigen Industriehalle versprühen. Deshalb haben wir hier auch bewusst auf das sonst im Industrie- und Hallenbau gern verwendete Aluminium verzichtet. 

 

 

Raumwirkung des Mehrzweckraumes

Besonderheit: Deckenkonstruktion

Im Bereich der Decke MZR wurde mit einer intelligenten Konstruktion auf ein sensibles Thema im Hallenbau eingegangen: Die Konstruktion stützenfrei überbrückter Hallen erfordert meist eine große Höhe, die zu einem erdrückenden Raumeindruck führen kann. Beim Wartenberg Oval sorgt ein der elliptischen Form angepasstes Oberlicht auch in der Hallenmitte für ausreichende natürliche Belichtung. Durch eine Aufdoppelung der Träger im Bereich des Oberlichtes konnte die sichtbare Konstruktionshöhe der Stahlträger um einiges verringert werden. Im Bereich der Hallendecke sieht man nicht ein einziges wuchtiges Deckenpaket, sondern kann die einzelnen filigranen Schichten der Konstruktion ablesen. Seitliches Licht welches in der  Trägerebene durch ein Fensterband entlang der Außenfassade eindringt, lässt die Decke darüber hinaus scheinbar schweben.

 

Raumklima des Mehrzweckraumes: Klima. Akustik.

Für das Raumklima und die Akustik des Gebäudes wurden Gutachten erstellt.

 

Aufgrund des großen Verglasungsanteils und der großen Menge an Wärme, die die zu erwartenden Menschenmassen im Saal abgeben, muss der Mehrzweckraum gekühlt werden. Um auf eine kostspielige und wenig ökologische Klimaanlage verzichten zu können, entschied man sich für die Kühlung mit Wasser aus einem eigens hierfür gebohrten 26m tiefen Brunnen.

Das allseits verglaste Foyer dagegen kommt aufgrund seiner Schattenlage zwischen den Bauteilen ohne künstliche Kühlung aus.

 

Um eine optimale Akustik für verschiedenartige Veranstaltungen zu erreichen wurde von der Stahlkonstruktion des Hallendaches eine Lochplattendecke abgehängt. Diese überdeckt zudem die Rohre der Lüftungsanlage und die Kabelführung der Beleuchtung.

 

 

Fertigstellung

Besonderheit: Der Bau widerlegt ein Vorurteil:

besondere Form ist nicht gleich besondere Kosten

Trotz des eigenwilligen und unkonventionellen Entwurfes konnte der Kostenrahmen eingehalten werden. Dazu beigetragen hat die einfache und vereinfachte Ausführung der Bauteile:

Der Winkelbaukörper ist ein konventioneller Mauerwerksbau

Die teilweise bis zu 9m breiten Räume wurden mit kostengünstigen Spannbetondecken ausgeführt.

Die Bauelemente der elliptischen Mehrzweckhalle sind zum Großteil polygonal.

Einige Bauteile konnten preiswert vorfabriziert werden, so z.B. das mit OSB-Platten verkleidete Hallendach und die statisch optimierte Stahlkonstruktion.

Die geringe Außenhüllfläche der ovalen Gebäudeform stellte sich ebenfalls als vorteilhaft heraus.

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