Realisierungswettbewerb Weißberghalle mit Feuerwehr- gerätehaus

2. Preis ebert-kiel-architekten, Hünfeld

2. Preis Architekten Sichau & Walter, Fulda

3. Preis Architekten Arnold & Wagner, Schenklengsfeld

 

Empfehlungen Preisgericht:

Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober, die mit dem 2. Preis ausgezeichneten Arbeiten überarbeiten zu lassen. Im Rahmen der Überarbeitung sollen die in der Beurteilung kritisierten Punkte beachtet werden und eine Kostenschätzung erstellt werden.

Stand 16-02-2011, nach Überarbeitung:

Das Gremium empfiehlt der Gemeinde Wildeck einstimmig die Umsetzung des Wettbewerbsbeitrages der Architekten Sichau & Walter aus Fulda.

Auslober:

Der Auslober ist: Gemeinde Wildeck, Eisenacher Straße 98, 36208 Wildeck

Vertreten durch: Gemeindevorstand der Gemeinde Wildeck

Mit der Abwicklung ist beauftragt: Wilfried Kleinerüschkamp, Dipl.-Ing.

Preisrichter:

- Gerd Kaut, Architekt, 35037 Marburg

- Birger Rohrbach, Architekt, 35392 Gießen

- Susanne Wartzeck, Architektin, 36160 Dipperz

- Jürgen Grau, Bürgermeister, 36208 Wildeck

- Wilfried Wetterau, Ortsvorsteher, 36208 Wildeck

 

Stellvertretende Preisrichter:

- Alexander Reichel, Architekt, 34117 Kassel

 

Sachverständige (ohne Stimmrecht):

- Ulrike Krauß, Fachdienst ländlicher Raum (Kreis Hersfeld-Rotenburg), 36251 Bad Hersfeld

 

Vorprüfung:

- Georg Hose, Architekt (Verantwortlicher), 34117 Kassel

- Wilfried Kleinerüschkamp, Dipl.-Bauingenieur, Bauamtsleiter Gemeinde Wildeck, 36208 Wildeck

- Martin Zyzik, 34117 Kassel

 

Teilnehmer:

- Arnold + Wagner, Wippershain 11. Straße 19, 36277 Schenklengsfeld

- Bankert, Linker & Hupfeld, Karthäuser Straße 7 – 9, 34117 Kassel

- BKArchitekten, Steingasse 7, 34613 Schwalmstadt

- ebert-kiel-architekten, Breslauer Straße 1, 36088 Hünfeld

- Hess, Albert, Neuensteiner Str. 20, 36286 Neuenstein-Mühlbach

- Sauerbier – Wagner – Giesler, Uferstraße 18, 99817 Eisenach

- Schmidt & Strack, Schwabendorfer Str. 5, 36304 Alsfeld

- Sichau u. Walter, Friedensstraße 16, 36043 Fulda

- Swoboda + Swoboda-Behr, Felsenkellerweg 15, 35619 Braunfels

- Winkler, Rene, Schlossteichstraße 5, 34131 Kassel

ERLÄUTERUNG

Einbindung in die Umgebung/ Typologie

Das durch eine Einzelhausbebauung bestimmte, auf einer Anhöhe oberhalb des eigentlichen Ortskernes gelegene und mit der mehrfach umgebauten „Weißberghalle“ besetzte Grundstück, verlangt nach einer skulpturartigen und aus „einem Guss“ kreierten Bebauung.

In einem 2. Abschnitt sollte auch die „Weißberghalle“ ihr Äußeres in Anlehnung an die „neue Bebauung“ verändern.

Es wird bewusst die Gebäudetypologie aufgegriffen, die regional die Grundlage für Siedlung-, Hof- und Ensembleformen bilden.

Durch die Neubesetzung des Areals werden 3 eindeutig gefasste Plätze geschaffen. Der bereits „vorhandene“ Festplatz wird noch stärker durch den Multifunktionstrakt und Vereins- und Jugendraum „ausgeformt“. Auf gleichem Niveau, etwas abgeschirmt, und mit idealem Blick auf das historische Dorfzentrum befindet sich die etwas intimere Freiterrasse vor dem Multifunktionsraum.

Topografisch bedingt liegt folge- und funktionsrichtig der „Feuerwehrhof“ ein Geschoss höher und mit eigener Zufahrt, auf dem ungestört die Einsatztruppen ihre Übungen absolvieren und ihre Einsätze starten können.

Das ganze Ensemble wird eingefasst von begleitendem Grün mit gezielt eingesetzten hochstämmigen Bäumen.

 

 

Gebäude/ Konstruktion/ Architektur

Die Verwendung von Massivholz, in Form von Kreuzlagerholz / Brettsperrholz (BBS), sowohl für die Wand- , als auch für die Dachelemente bietet sich für die Baukonstruktion der 3 neuen Baukörper in „Waldhessen“ gerade zu an.

BBS ist ein monolithischer Baustoff, der statische Lasten leicht abtragen kann – alle Details sind leicht umsetzbar – die unbehandelte Holzinnenansicht unterstützt die puristische Architektur – zudem ist das Material wärme- und schalldämmend – aber auch brandsicher.

Lediglich der „Vereins- und Jugendtrakt“ mit Nebenräumen erhält eine Stahlbeton- Massivkonstruktion mit intensiv eingegrüntem, leicht geneigtem Flachdach.

Die transparenten Verkehrsflächen werden in einer Pfosten- Riegel- Konstruktion erstellt.

 

Die Verkleidung aus unbehandelten Lärchenholz- Lamellen umgeben das gesamte Satteldach- Ensemble, inclusive Dach. Lediglich im Bereich der Fenster bzw. Fenstertüren (= Scheunentore) wird der Abstand der horizontalen Verkleidung maximiert.

Die geneigte Dachkonstruktion wird als wasserführendes Unterdach mit offenliegenden Rinnen hergestellt.

  

 

Ökologie/ Energie

Der Einsatz von Holz als nachhaltiger und Co2- neutraler Baustoff stellt einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz dar.

Die Massivholz- Konstruktion der Wand und des Daches mit einer zusätzlichen Außendämmung gewährleisten die Anforderungen von Passiv- und Niedrigenergie- Standards ohne aufwendige, vielschichtige Details.

Unterstützt durch Solarthermie (ggf. auch Photovoltaik) – die neuen und alten Dächer sind nach Süd- Südwest ausgerichtet – sollte mit Unterstützung einer Wärmepumpe oder einer Pelletsheizung der Wärmebedarf der optimal gedämmten neuen Häuser gedeckt werden können.

 

ERLÄUTERUNG ZUR ÜBERARBEITUNG

Wesentlicher Bestandteil der Überarbeitung ist die Untersuchung der funktionalen Zusammenhänge.

 

Es stellte sich ein Potential bei der Erweiterung der Weißberghalle, sowohl funktional als auch größenmäßig, heraus. Es ergab sich die Möglichkeit die Küche in den nördlichen Bereich der bestehenden Weißberghalle zu verlegen. Dadurch kann der Jugendraum an das allgemeine Foyer gerückt werden. Der Vereinsraum wird in den Bestand verschoben und hätte als weiteren Vorteil eine direkte Anbindung zur Freiterrasse, sowie auch eine Zuschaltung des Vereinsraumes an den vorhandenen Saal.

 

Aus diesem Grunde müssen die WC- Anlagen in die Erweiterung der Weißberghalle verlegt werden. Die Anbindung der WC´s erfolgt über das gemeinsame Foyer. Die Verlagerung bzw. die Entfernung der WC- Anlage ist nach unserem Dafürhalten als akzeptabel einzuschätzen.

 

Es ist eine Frage der Abwägung, welche Bereiche welche Priorität aufweisen. Es ist ein Abwägungsprozess, bei dem der Bauherr entscheidend mitwirken muss.

 

Aufgrund von Raumkomprimierung (Nutzen aller Lagermöglichkeiten für die Säle und sonstiges) konnte das Volumen des „eingegrabenen Bauteils“ verkleinert werden. 

 

Das Feuerwehrgerätehaus wurde ebenfalls leicht umstrukturiert. Die Umkleide und der Geräteraum der Fahrzeughalle sind näher an die Fahrzeughalle gerückt worden, so dass hierfür kurze Wege entstehen. Die Schulung kann nach wie vor separat erschlossen werden, ohne den eigentlichen Feuerwehrbetrieb zu beeinträchtigen. Die WCs der Umkleide wurden zum Gang verlegt, um diese auch für Veranstaltungen mit nutzen zu können. Es ist bei dem Feuerwehrgerätehaus ebenfalls die Frage, welche Prioritäten gesetzt werden. Innerhalb des Konzeptes lassen sich verschiedene Raumabfolgen darstellen.

 

Die Gesamtkonzeption mit den homogenen (kubischen) satteldachförmigen Einzelhäusern, die drei Plätze einrahmen, wurde beibehalten. Durch die Anbindung des Vereinsraumes an die Freiterrasse wurde das Konzept weiter gestärkt.

 

Es ist angedacht die Hülle homogen von „Wand zu Dach“ ineinander übergehen zu lassen, um kubisch anmutende Baukörper hervorzubringen. Wie dies letzten Endes bewerkstelligt werden kann, bedarf der direkten Abstimmung mit dem Bauherrn und ist ebenfalls ein Entwicklungsprozess.

Das Konzept lebt nicht von der festen Vorstellung, dass lediglich eine horizontal verlegte Holzverkleidung zum Einsatz kommen muss. Es ist ein Platzhalter für eine Fassadenstruktur, die sich mit dem Kontext auseinandersetzen sollte.

 

 

 

Es gibt grundsätzlich mehrere denkbare Alternativen:

 

1.      Wie die ursprüngliche Idee: Unbehandelte, ggf. 1x lasierte, Lärchenholz-  Lamellen, die bei entsprechender Qualität und handwerklicher Verarbeitung mit Sicherheit eine hohe Lebensdauer erreichen.

2.      Es kann jede andere Verkleidung verwandt werden, die den architektonischen Grundgedanken „Homogenität von Wand und Dach“ aufnimmt, so könnten es auch Faserzement- oder Hartfaserplatten, oder dergleichen sein.

 

Die Konstruktion von Feuerwehrgerätehaus und Mehrzweckraum wird unterschiedlich betrachtet. Das Feuerwehrgerätehaus sehen wir in einer einfachen und kostengünstigeren Holzständerbauweise vor, welches zudem ein hohes Potential an möglicher Eigenleistung beinhaltet.

 

Der Mehrzweckraum soll durch den Einsatz von massiven Holzbauteilen z.B. Kreuzlagerholz / Brettsperrholz (BBS) eine markante Innenansicht erhalten (wie in Perspektive dargestellt). Diese Eigenart des Innenraums kann diesen signifikant erscheinen lassen. In einer Doppelfunktion sehen wir den Einsatz dieser Holzbauteile, die gleichzeitig die konstruktiven Aspekte mit lösen, in dem große Spannweiten überbrückt werden können, sowie jede Form (z.B. als „Dreiecksbinder“) einnehmen können. Im Gegensatz zum Feuerwehrgerätehaus ist die Dämmung zusätzlich auf die Wandplatten aufzutragen.

 

Durch die Überarbeitung sowohl bei dem Anbau Weißberghalle, als auch bei dem Feuerwehrtrakt ist das Gebäudevolumen um 5% (= 217cbm) und die BGF um ca. 7% (= 60qm) reduziert worden.

 

 

Die Technischen Anlagen entsprechen einem gehobenen Standard. Die Kosten hierzu sind Erfahrungswerten entnommen. In diesem Stadium sind weitergehende Aussagen zu früh – es bedarf in der Entwurfsphase einer eigenen technischen Projektentwicklung unter Einbeziehung alternativen Energien.

 

Auch die Angaben in der Kostenberechnung zu den Außenanlagen sind Erfahrungswerte (BKI, etc.) zugrunde gelegt worden.

 

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